
Gottesdienst in Niederaltaich und der byzantinische Ritus
Zwei Riten in einem Kloster. Wann sonntags gefeiert wird und was den byzantinischen Gottesdienst ausmacht.
Stand November 2026

Die Basilika St. Mauritius ist die Kirche der Benediktinerabtei Niederaltaich und zugleich die Pfarrkirche von Niederalteich. Laut Abtei ist sie für die Fahrer auf der Autobahn zwischen Regensburg und Passau nicht zu übersehen. Hier steht, was die Kirche besonders macht und was man für einen Besuch wissen sollte.
Auf einen Blick
KircheBasilika St. Mauritius der Benediktinerabtei Niederaltaich
OrtNiederalteich, Landkreis Deggendorf
Gegründetin den 740er Jahren, nach der Überlieferung 731
Basilikaseit 1932
Türmerund 72 Meter hoch
Führungennur nach Anmeldung, Oberkirche geschlossen
Gegründet hat das Kloster Herzog Odilo von Bayern. Das genaue Jahr ist nicht sicher. Die Überlieferung des Hauses nennt 731, oft liest man 741, und die Abtei schreibt heute von einer Gründung wohl in den 740er Jahren. Nach der Überlieferung kamen die ersten Mönche von der Insel Reichenau im Bodensee. Zu den bekannten Mönchen des Hauses gehören der heilige Gotthard, der später Bischof von Hildesheim wurde, und der heilige Gunther, nach dem der Gunthersteig benannt ist.
Mit der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben, die Klosterkirche wurde Pfarrkirche. 1918 zogen von Metten aus wieder Benediktiner ein, seit 1930 ist Niederaltaich wieder eine Abtei. 1932 erhob der Papst die Kirche zur Basilica minor.
Von außen ist die Basilika eine gotische Hallenkirche. Der Chor entstand um 1270, das Langhaus um 1306. Die Türme sind laut Gemeinde rund 72 Meter hoch. Begonnen wurden sie 1514, und an der Südseite des Südturms erinnert eine Gedenkplatte mit einem Horoskop an die Grundsteinlegung am 24. Juli 1514. Seit einem Brand nach Blitzschlag 1813 tragen die Türme statt barocker Hauben spitze Zeltdächer.
Innen zeigt sich die Kirche barock. Ab 1718 baute Jakob Pawanger sie um, 1724 übernahm Johann Michael Fischer, und 1727 war der Umbau fertig. Fischer fügte hinter dem Hochaltar ein Halbrund an, unten die Sakristei, darüber den Chor der Mönche, die sogenannte Oberkirche. Es war sein erster Kirchenbau, später wurde er einer der großen Baumeister des Barock.
Der Innenraum ist rund 60 Meter lang, das Mittelschiff rund 21 Meter hoch. Über 200 Fresken stammen von Wolfgang Andreas Heindl. Die Kuppelbilder im Hauptschiff erzählen laut Wikipedia die Geschichte des Klosters im Bild einer Eiche, die aus einem Reis neu wächst. Durch Öffnungen in den Gewölben der Seitenschiffe fällt Licht von oben auf die Seitenaltäre.
Das Bild über dem Hochaltar malte Franz Josef Geiger 1675, es zeigt das Martyrium des heiligen Mauritius. Im rechten Seitenschiff steht eine Pietà aus Sandstein von etwa 1480. Die Orgel baute die Firma Georg Jann 1985 in das barocke Gehäuse ein, sie hat 48 Register und 3.555 Pfeifen. Im Nordturm hängt seit 2003 die Mauritius-Glocke mit 4.820 Kilogramm, gestiftet genau 200 Jahre nach der Säkularisation.
Eine Besonderheit von Niederaltaich ist der byzantinische Ritus. Neben den Gottesdiensten in der Basilika feiern einige Mönche in der St.-Nikolaus-Kirche Liturgie nach der Tradition der Ostkirche, und zwar auf Deutsch. Die Kirche wurde 1986 in der ehemaligen Klosterbrauerei eingerichtet, zwischen Schiff und Altarraum steht eine Ikonostase mit vielen Ikonen. Zur ökumenischen Arbeit der Abtei gehört auch ihr Ökumenisches Institut.
Wann in beiden Kirchen gefeiert wird, steht im Beitrag Gottesdienst in Niederaltaich.
Der Ort heißt amtlich Niederalteich, das Kloster schreibt sich Niederaltaich. Warum das so ist und was die Eiche in den Deckenbildern damit zu tun hat, erklärt der Beitrag Niederalteich oder Niederaltaich.
Feste Öffnungszeiten der Basilika veröffentlichen weder die Abtei noch die Gemeinde. Die Oberkirche kann wegen Brandschutzvorgaben bis auf Weiteres nicht besichtigt werden. Die Sakristei mit den Schnitzarbeiten von Bruder Pirmin Tobiaschu ist nur mit Führung zugänglich.
Kirchenführungen gibt es nur nach Anmeldung, für die Basilika mit Sakristei und für die byzantinische Kirche. Eine Führung durch die Basilika dauert je nach Vereinbarung 40 bis 70 Minuten, durch die byzantinische Kirche 30 bis 60 Minuten. Einzelne können sich einer angemeldeten Gruppe anschließen, die Termine erfragt man bei der Anmeldung. Die Vorhalle der byzantinischen Kirche ist laut Abtei tagsüber für Besucher offen. Einen Eindruck vom Innenraum der Basilika gibt vorab die virtuelle Tour auf der Seite der Abtei.
Am Mauritiushof liegt der Klosterladen der Abtei. Er führt Bücher, gregorianische und orthodoxe Kirchenmusik, Ikonen, Kerzen, Weihrauch, Klosterliköre und Glaskunst aus dem Bayerischen Wald. Die Öffnungszeiten stehen auf der Seite der Abtei.
Wer länger bleiben will, kann bei Kloster auf Zeit eine Weile mit den Mönchen leben. Das Angebot für Männer gibt es seit 1962. Für Gäste hat die Abtei mit St. Pirmin ein eigenes Gäste- und Tagungshaus.
Nach dem Rundgang lohnt ein Blick zurück vom Garten des Cafés am Kirchplatz. Von den Tischen unter den Apfelbäumen sieht man die beiden Türme über dem Garten.
Von der Basilika sind es nur ein paar Schritte über den Kirchplatz ins Café.
Geöffnet
Mittwoch, Freitag und Samstag 14 bis 20 Uhr
Donnerstag 14 bis 18 Uhr
Sonntag 10 bis 20 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag
Direkt neben der Basilika, bezahlt wird nur in bar.

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